Sonntag, 16. Juli 2017

{Behind the Screens} Von stressigen Tagen, guten Büchern und lieben Menschen

Wieder ist eine Woche vorbei. Viel zu schnell rast die Zeit gerade an mir vorbei, aber ich versuche trotzdem ab und zu zu bloggen. Wenn ihr mehr zur Aktion wissen wollt oder Interesse an den Beiträgen der anderen habt, dann schaut bei BookWalk vorbei.


Wie war deine Woche?
Eindeutig zu kurz. Jetzt ist es bloß noch etwas mehr als eine Woche bis zu meinen Prüfungen und ich weiß nicht, wie ich den ganzen Stoff bis dahin noch lernen soll. Irgendwie komme ich zur Zeit zu nichts und hab gleichzeitig wahnsinnig viel zu tun. Keine gute Kombi, aber das Ende ist in Sicht.
Diese Woche musste ich auch mehr als sonst arbeiten. Gleich zwei Veranstaltungen kamen zu meinen regulären Schichten dazu. Obwohl beides Spaß gemacht hat, ist es auch wieder Zeit, die mir für andere Dinge fehlt. Aber das kennt sicher jeder.
Dafür steht die Planung der vorlesungsfreien Zeit jetzt fast komplett und auch dem nächsten Semester sehe ich immer zuversichtlicher entgegen. Es werden wohl einige Veränderungen auf mich zukommen, aber das ist okay, weil ich alles so gewollt und initiiert habe.

Hast du eine aktuelle Urlaubslektüre bzw. eine uneingeschränkte Empfehlung für jeden Sommerurlaub?
Was immer geht, sind die Bücher von Petra Hülsmann. Sommerlich leichte und unterhaltsame Liebesgeschichten ohne viel Kitsch.
Ansonsten kann ich jedem nur "Das Lavendelzimmer" von Nina George empfehlen. In diesem Buch begibt sich ein Buchliebhaber auf eine gewagte Reise, um noch einmal seine große Liebe zu sehen. Das Buch konnte mich tief berühren und gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten.

Was war dein Wochenhighlight?
Da ist zuerst der Kuchenbasar zu nennen, den mein Quidditchteam an der Uni veranstaltet hat. Einer der wenigen Momente in der letzten Woche, in dem ich alle Anforderungen ausblenden konnte und einfach so gemocht wurde, wie ich bin. Lag sicher weniger am Kuchen als an den wunderbaren Menschen.
Außerdem hatte ich gestern endlich mal wieder einen Abend nur mit meinem Freund, der wie immer sehr schön war.

Freitag, 14. Juli 2017

{Rezension} Niagara Motel








Tucker ist 11. Seine Mutter Gina ist Stripperin. Sie ziehen oft um und leben meist in Motels. Bis Gina einen Unfall hat und im Krankenhaus bleiben muss. Tucker kommt in ein Heim für Jugendliche. Dort lernt er Meredith kennen. Sie ist 16 und schwanger. Da Gina krank ist und vielleicht stirbt, will Tucker nun seinen Vater finden. Gemeinsam mit Meredith macht er sich auf den Weg in die USA.







Tucker war zwar noch nie im Urlaub, hat aber schon mehr von seinem Land gesehen als die meisten Gleichaltrigen. Mit seiner Mutter Gina reist er quer durch Kanada. So kommen sie am Anfang der Geschichte im Niagara Motel an. Gina lässt ihren Sohn dort zurück, um sich einen Job zu besorgen. So erfahren wir gleich, wie Tucker seine Freizeit gestaltet, denn er ist oft allein. Diesmal kommt Gina allerdings nicht zurück. Tucker macht sich auf die Suche und findet sie im Krankenhaus, wo sie nach einem Unfall gelandet ist. Er macht sich Sorgen, dass sie sterben könnte. Da er nicht die nächsten sieben Jahre im Heim verbringen will, hält er es für notwendig, seinen Vater zu finden. Gina hat kaum was von ihm erzählt und so glaubt er nun, es wäre Sam Malone, Held einer amerikanischen Fernsehserie. Das erscheint ihm völlig plausibel, wo doch sogar ihr eigener Nachname Malone ist.
Gina spielt selbst kaum eine Rolle, man erfährt eigentlich nur aus Tuckers Erinnerungen etwas über sie. Ich konnte schlecht einschätzen, ob sie gern Stripperin ist oder einfach keine andere Perspektive sieht. Ihr Umgang mit Tucker ist liebevoll, aber für meinen Geschmack zu wenig fürsorglich. Gina hat außerdem Narkolepsie (sie schläft ohne Grund plötzlich ein) und Kataplexie (sie kann ihre Muskeln plötzlich nicht mehr bewegen, bekommt aber alles mit). Diese Krankheiten spielen immer wieder eine Rolle und sind für Tucker völlig normal.
Tucker erzählt seine Geschichte, als würde er sie seinem besten Freund schildern. Die Logik eines 11-Jährigen erscheint für Erwachsene manchmal seltsam, aber aus seiner Sicht war alles plausibel. Ich fand Tucker sehr authentisch und konnte mich gut in ihn hineinversetzen. Es ist ein nüchterner Erzählstil, der nichts unnötig dramatisiert und gleichzeitig deutlich macht, dass ein Kind manche Dinge noch ganz anders wahrnimmt und beurteilt. Man merkt aber auch, dass Tucker für sein Alter schon sehr reif ist, weil er einfach unheimlich viele Dinge allein bewältigen muss.
Meredith lebt in dem Jugendheim, in das auch Tucker kommt. Sie arbeitet heimlich als Prostituierte, aber Tucker durchschaut sie durch seine Vorerfahrungen sofort. Die beiden freunden sich an und sie erzählt ihm, dass sie durch eine Vergewaltigung schwanger ist. Der traumatische Aspekt dessen wird allerdings kaum aufgegriffen, es geht lediglich darum, dass dieses Kind nun abgetrieben werden soll. In letzter Minute entscheidet sich Meredith allerdings doch noch um.
Tucker beschließt, seinen Vater in den USA zu suchen, und Meredith will ihn dabei unterstützen, auch wenn ihr selbst schon klar ist, dass es sich um eine fiktive Figur aus einer Serie handelt. Die Reise schweißt die  beiden zusammen, stellt sie aber auch vor große Herausforderungen. Ihr Auto gibt schon bald auf und sie müssen trampen. Dabei treffen sie die verschiedensten Menschen. Hier fand ich es sehr angenehm, dass nie ein Urteil gefällt wird. Stattdessen findet einfach eine Beschreibung desjenigen und meist auch eine Unterhaltung statt, die durch den sachlichen Stil unterstützt werden. Einige Personen spielen auch im weiteren Verlauf nochmal eine Rolle, andere tauchen nur kurz auf.
Die Handlung ist etwas skurril und abenteuerlich, aber sie passt auch zu den Charakteren. Hier hat auch die ruhige Schilderung geholfen, dass es nicht ganz so fiktiv gewirkt hat. Tucker und Meredith müssen einiges durchmachen auf ihrer Reise. Hier nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund und ich frage mich, ob die Erlebnisse nicht später doch noch Auswirkungen auf deren Psyche haben werden. Im Buch scheint es so, als könnten sie alles locker wegstecken, solange sie sich gegenseitig haben.








Eine lesenswerte Geschichte, die nachdenklich macht, aber auch staunen lässt, wie selbstverständlich für einen kleinen Jungen all das sein kann, was wir unnormal finden.

Sonntag, 9. Juli 2017

{Behind The Screens} Must-Reads, ein Sommerfest und Quidditch europaweit

Ich bin beim Blogstöbern auf eine wöchentliche Aktion gestoßen, die ich heute gerne ausprobieren möchte. Da ich auf die Einblicke in mein Alltagsleben bisher immer positive Rückmeldungen bekommen habe, könnte das mit dieser Aktion nun regelmäßig passieren.
Es handelt sich um "Behind The Screens" von BookWalk und Stehlblüten. Genauere Infos dazu gibt es auf ihren Blogs.


Wie war deine Woche?
Eigentlich ziemlich gut. Ich habe zwar nicht wie geplant mit dem Lernen angefangen, aber ich habe auch noch zwei Wochen bis zu den Prüfungen. Das sollte machbar sein. Dafür habe ich endlich wieder mehr gelesen und auch wieder gebloggt, was mich beides echt glücklich gemacht hat. Dieses Wochenende war außerdem das Sommerfest meines Wohnheims. Das bedeutet, dass der gestrige Abend mit Grillen, Musik, Tanz und Geselligkeit bis in die Nacht hinein gefüllt war. Bei dem Wetter genau das richtige.

Welches Buch muss du auf jeden Fall bis Ende 2017 gelesen haben?
Das ist schwierig zu beantworten. Einige meiner Must-Reads sind ja noch gar nicht erschienen und ich habe auch ein paar Rezensionsexemplare angefragt, die ich dann natürlich lesen muss. Von denen, die hier stehen, sind es aber wahrscheinlich "Alles oder nichts" von Simona Ahrnstedt und "Caraval" von Stephanie Garber. Könnte durchaus daran liegen, dass ich die beiden jedes Mal als erstes sehe, wenn ich morgens die Augen aufschlage. Ja, mein Bücherregal steht direkt vor dem Bett. 

Was war dein Wochenhighlight?
Das oben erwähnte Sommerfest war auf jeden Fall eines! Zusätzlich finden dieses Wochenende auch die IQA European Games statt (Europameisterschaft im Quidditch). Dank Liveticker meines wundervollen Teams konnte ich ein bisschen dabei sein. Deutschland spielt im Moment um Platz 5 und um 18:00 Uhr startet das Finale zwischen Frankreich und Großbritannien. Fall jemand gucken will, gibt es hier einen Livestream. Alle Ergebnisse gibt es in den offiziellen Tabellen.

Wie war eure Woche und welches Buch müsst ihr dieses Jahr unbedingt noch lesen? 

Freitag, 7. Juli 2017

{Rezension} Anfang 40, Ende offen


An Veras 46. Geburtstag soll endlich ihre Scheidung von Noch-Ehemann Sven stattfinden. Er hat sie betrogen und lebt jetzt mit seiner jüngeren Freundin zusammen. Doch der Termin platzt. Jetzt bleibt Vera nur noch die Reise nach Feuerland mit ihren besten Freundinnen. Dann, wenn ihre Tochter Greta nach dem Abitur endlich ausgezogen ist. Doch die will nicht. Und dann verliebt sich Vera ausgerechnet in den eigentlich viel zu jungen Referendar Paul. Ob das gut gehen kann?

Das Buch war sehr unterhaltsam geschrieben und verschweigt auch die kleinen Peinlichkeiten nicht, die sicher jeder schon mal erlebt hat. Dadurch wurden die Figuren sehr authentisch und ich konnte mich gut in ihre Lage hineinversetzen.
Bei ihrem Kampf für die ersehnte Freiheit kam mir Vera manchmal ein wenig zu bockig und kindisch vor. Auf der anderen Seite zeigt sie, dass auch Erwachsene nicht immer so erwachsen sind, wie man das in jungen Jahren annimmt.
Die Charaktere waren mit klaren Eigenschaften ausgestattet. So konnte man sie von Anfang an gut unterscheiden. Da sie gewissermaßen Stereotypen darstellten, hatte ich beim Lesen oft bestimmte Personen aus meinem Bekanntenkreis vor Augen. Allerdings lassen solche strikt abgegrenzten Charaktere kaum Entwicklung zu. Einzig die Hauptfigur Vera blieb von festen Vorgaben verschont und konnte so im Laufe der Geschichte dazulernen. Sven macht eine Kehrtwende, die mir übertrieben und damit unrealistisch erschien.
Zu den großen Hauptdarstellern kommen noch eine Reihe von kleineren Nebenrollen, die zwar nicht so genau ausgearbeitet waren, aber dafür auf den ersten Blick schon liebenswert. Sie konnten die Geschichte bereichern und die ein oder andere interessante Offenbarung bieten.
Leider konnte man als Leser nicht auf Feuerland dabei sein, obwohl gerade am Anfang des Buches so viel davon gesprochen wird. Nach all der Vorfreude hätte ich mir hier noch einen ausführlicheren Reisebericht gewünscht, aber vielleicht würde das auch den Rahmen sprengen. Die Geschichte wurde ja eh schon ziemlich ausufernd erzählt.
Die Probleme, die Vera in ihrer noch frischen Beziehung mit Paul hat, wurden gut rübergebracht und ich konnte viele Punkte aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Die Liebesgeschichte ist lebensecht und alltagsnah. Dennoch hat mich ein bisschen gestört, dass es so viel hin und her gab. Vera fällt es echt schwer, Entscheidungen zu treffen, zu denen sie dann auch steht. Oft kam ein klares Ja oder Nein eigentlich zu spät, aber Paul ist so geduldig, dass er auch das in Kauf nimmt. Manchmal war er dabei zu sanft.
Sven hat mich zwischendurch richtig genervt, weil er die Scheidung dauernd hinauszögert und nebenbei versucht, Vera wieder zurück zu gewinnen. Dabei hat er ja eine neue Freundin, für die er seine Frau damals verlassen hat. Nur ist ihm die plötzlich nicht mehr gut genug. Manchmal wollte ich den Kerl einfach aus dem Buch ziehen und schütteln, aber Vera ist ja genauso an seinem Verhalten verzweifelt.
Letztlich geht es immer wieder um die Frage, was man eigentlich vom Leben will. Um das herauszufinden, muss man zuerst wissen, was einem gut tut. Das man dabei auch scheitert, zeigt uns Veras Geschichte. Aber das gehört dazu und am Ende findet man immer irgendwie seinen Weg. Auch wenn es ein bisschen länger dauert.

Seichte Unterhaltung für Zwischendurch, die sich gut lesen lässt und die ein oder andere Angst vor dem Alter nehmen kann. Wobei Alter ja relativ ist...

Dienstag, 4. Juli 2017

{Leseliste} Juli

Für den Juli habe ich versucht, mir nicht ganz so viel vorzunehmen, weil ich aktuell für meine Prüfungen lernen muss.


Mechthild Gläser - Die Buchspringer
Yrsa Sigurdardottir - Todesschiff
Lily Oliver - Die Tage, die ich dir verspreche
Jutta Maria Herrmann - Amnesia
Caragh O'Brien - Die Stadt der verschwundenen Kinder
Kerstin Ruhkieck - Forbidden Touch - Band 1

Einige der Bücher wurden mir empfohlen, deshalb sind sie jetzt endlich dran. Was habt ihr schon gelesen oder wollt es vielleicht noch?